Peking – blüht und grünt

Ich bin mir ziemlich sicher, dass Peking nicht mit der grünsten Stadt der Welt mithalten kann. Vermutlich liegt es im Ranking sogar ziemlich weit unten. Nichts desto trotz bin ich oft überrascht wie viele Grünflächen es in der Stadt gibt.

Seit circa Anfang April schlagen die Bäume auf und alles blüht. Winter Blues ade.

Man braucht nicht weit gehen um blühende Bäume zu entdecken. In unserem Park vor der Tür blüht auch schon alles. Trotzdem mache ich mich mit der Fotogruppe auf den Weg in den Yuyuantan Park. Dieser liegt im Westen der Stadt und beherbergt über 1000 Zierkirschen. Der Park ist für seine Kirschblüte bekannt. Das wollen wir natürlich mit unseren eigenen Augen sehen und fotografieren. Außerdem befindet sich in diesem Park wohl die größte Wasserfläche im Vergleich zu den anderen Pekinger Parks.

Während ich vor dem Ost-Eingang auf die restlichen Teilnehmer warte, strömen viele Menschen an mir vorbei in den Park. Wie es sich herausstellt, wird es in diesem Park, für den ein Eintrittspreis von 10 Yuan zu entrichten ist, ebenso getanzt und gesungen. Er unterscheidet sich nicht von den anderen in Peking angelegten Parks und stellt ein Begegnungszentrum für Alt und Jung dar. Habe ich das schon mal erwähnt, dass ich die chinesische Bevölkerung darum beneide. Falls nicht, dann möchte ich an dieser Stelle meine Begeisterung für das Miteinander der in China lebenden Menschen hervorheben. Sie treffen sich im Park und tanzen und singen miteinander. Ehrlich, manchmal klingeln einem die Ohren, weil nicht jeder tatsächlich ein Talent für das Singen oder Spielen eines Instruments hat. Entscheidend ist, dass keiner weder ausgelacht noch auf seinen mangelnden Talent hingewiesen wird. Sie haben das Ziel sich im hohen Alter immer noch fit zu halten. Ein 86-jähriger Opa schafft mehr Klimmzüge als ich. Und das hat mit dem Alter rein gar nichts zu tun. Sondern mit dem regelmäßigem, vielleicht auch täglichem Training. Das bewundere ich im höchsten Maße.

Trotz der Tatsache, dass viele von Ihnen es sicherlich nicht leicht haben, haben sie für jeden ein Lächeln übrig.

Begeistert hat mich diesmal eine 80-jährige Dame im Rollstuhl, die fleißig mitgesungen und während dessen mitdirigiert hat. Vielleicht hat sie seinerzeit hier dirigiert. Ich weiß es nicht.

Für die Kirschblüte waren wir tatsächlich zu spät. Hier verblühten die Bäume bereits größtenteils. Wir konnten uns jedoch an den Pfirsichblüten erfreuen.

Nächstes Jahr komme ich wieder. Diesmal aber früher. Vielleicht auch schon vorher. Denn der Besuch dieses Parks erinnerte mich an einen Ausflug an den Bodensee. Die Hektik des Alltags blieb hinter den Parktoren und es fühlte sich wie ein Urlaubstag an. Auf jeden Fall ist dieser Park einen Besuch wert. Mit seinen 132 Hektar ist er sehr weitläufig.

ju

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