Klassenfahrt – 9 Jahrgangsstufe 2023

Nach einer langen Planung, vielen Spekulationen und Hoffnungen sowie einer Menge Diskussionen fanden nach der Coronazeit endlich wieder Klassenfahrten statt, nachdem dies die Jahre zuvor nicht möglich gewesen ist. Dabei ging die gesamte Klassenstufe 9 nach Xi‘an, der früheren Hauptstadt Chinas.

Schon zu Beginn des Schuljahres bereiteten wir uns darauf vor und das Thema Klassenfahrt war in jeder Stunde, die wir mit unserem Klassenlehrer hatten, ein Thema. Wichtige Fragen waren: Wer geht mit wem in ein Zimmer? Dürfen wir unsere Handys über Nacht behalten und wie lange dürfen wir wach bleiben? Nachdem der Großteil geklärt war, entschieden die Lehrer, uns so zu behandeln, wie wir uns verhalten. (Das wäre eigentlich wie Kindergartenkinder gewesen.)

Montag

Am Montag trafen wir uns wie immer um 7:50 Uhr und machten uns mit einem der Schulbusse auf den Weg zum Westbahnhof. Dies brauchte letztendlich eine Stunde und die darauffolgende Zugfahrt dauerte etwas mehr als 4 Stunden. In Xi’an angekommen, erwartete uns unser Guide, Michael, der von den Jungs freundschaftlich Michi genannt wurde. Der Einheimische erzählte uns während der 45-minütigen Busfahrt von der Geschichte der Stadt und über die Coronazeit.

Als wir in unserem Hotel ankamen, das perfekt im Stadtzentrum liegt, legten wir zunächst nur unsere Taschen in der Lobby ab und suchten den Muslim Quarter auf. Xi’an hat nämlich von den chinesischen Städten die höchste Bevölkerungsdichte an muslimischen Bewohnern, was an der Seidenstraße liegt, die dort verlief. Aus diesem Grund gab es in den Straßen nicht nur türkisches Street Food und Souvenirs zu kaufen, sondern auch eine Moschee im chinesischem Baustil, die wir zuerst besuchten.

Schnell wurde uns klar, dass wir die eigentliche Attraktion in Xi’an waren. Sämtliche Stadtbewohner filmten uns und wollten Fotos mit uns machen.

Die Moschee war sehr interessant und schön. Der Guide erzählte uns viel über ihre Geschichte und die Riten dort. Da sie aber ein muslimisches Gotteshaus ist, war es uns nicht erlaubt dort hineinzugehen und Fotos zu machen. Stattdessen blieben wir auf dem Hof und machten ein gemeinsames Foto.

Danach hatten wir etwa 45 Minuten Freizeit, um den Muslim Quarter zu erkunden und Souvenirs und Essen zu kaufen. Einige kauften sich Eis, andere Street Food, wie Kartoffeln, verschieden Säfte und süße Kugeln, aus denen beim darauf beißen Dampf aufstieg. Anschließend genossen wir noch ein ausgiebiges Abendessen in einem nah gelegenen Restaurant.

An diesem Abend dürften wir bis 21:30 Uhr draußen bleiben und sollten uns danach mit den Lehrern in der Lobby treffen. Wir nutzten die Zeit und gingen nochmal in den Muslim Quarter, um uns ein Eis zu kaufen, erkundeten die nahe gelegenen Malls und machten einen Spaziergang, bei dem wir das rege Treiben in den Straßen sehr genossen. Dabei lief man hin und wieder auch anderen Klassenkameraden und den Lehrern über den Weg.

Dienstag

Am nächsten Tag versammelten sich zehn von uns um 7:00 Uhr zu einem Lauftreff. Wir liefen zu der Stadtmauer, durch den Park daneben und nahmen die Parallelstraße wieder zurück. Trotz dem strömenden Regen hat das Laufen sehr viel Spaß gemacht.

Um 8:00 Uhr aßen wir gemeinsam Frühstück, wo uns eine Buffet mit Müsli, chinesischen Gerichten und Gebäck serviert wurde. Danach suchten wir nochmal unser Zimmer auf, um uns um 9:00 Uhr wieder in der Lobby zu treffen.

Mit dem Bus fuhren wir zu der Stone Tablet Exhibition und besahen die Steintafeln, auf denen die Lehren des Konfuzius aufgedruckt waren. Dabei erklärte uns der Guide viel über die Lernpraktiken im damaligen und heutigen China.

Unser nächster Stopp war die Big Wild Goose Pagoda. Der Guide erzählte uns über die Geschichte des Gebäudes und wir besuchten auch noch die anderen Tempel auf dem Gelände. Anschließend aßen wir zu Mittag und suchten eine Intellectual disability welfare institution auf.

Zuerst wurde uns ein wenig über diese Schule und ihre Aufgabe erzählt und danach redeten, lernten, bastelten und musizierten wir mit den Schülern. Wir haben mit verschiedenen Arten von Trommeln und Rasseln Musik gemacht und Socu, Baci, Vera gelernt. Basteln konnten wir eine chinesische Maske oder wir konnten uns mit Paper Cutting beschäftigen.

Zurück im Hotel hatten wir noch Freizeit die wir nach Belieben verbringen konnten, bevor wir gemeinsam zu einer Show der Tang Dynastie fuhren. Zuerst bekamen wir verschiedene Vorspeisen und Dumplings in allen Farben und Formen zu essen, während vier Frauen chinesische Musik spielten. Anschließend fand die Show mit Tanz und Singen statt. Darin ging es um eine chinesische Kaiserin und ihren Weg auf den Thron (mehr habe ich nicht verstanden). Nach der Show konnte man noch Fotos mit den Schauspielern machen. Zurück im Hotel hatten wir bis 22:00 Uhr die Möglichkeit, wieder allein rauszugehen.

Mittwoch

Mittwochmorgen fand wiederholt der Lauftreff statt, allerdings waren die Schuhe und die Kleidung meiner Freundin und mir vom Vortag noch pitschnass und wir hatten eine leichte Erkältung, weshalb wir beschlossen, ein wenig länger in unseren warmen Betten zu bleiben. Es gab wieder um 8:00 Uhr Frühstück und wir trafen uns um 9:00 Uhr in der Lobby.

Unser erstes Ziel war die Terrakotta Armee, zu der wir etwa eine Stunde fuhren. Am Ausgrabungsort angekommen, holte Michael uns die Tickets, während wir auf ihn warteten.

Nachdem Michael mit den Tickets zurückkam, gingen wir durch die Sicherheitskontrollen und schauten uns die erste Halle mit den langen Kriegerreihen an. Man konnte andere Krieger anschauen, die gerade restauriert wurden. Wir sahen uns ebenfalls die Halle 3 an und besuchten am Ende noch die Halle 2. Dort stehen die Generäle der Terrakotta Armee.

Dabei erzählte uns Michael über die Geschichte der Terrakotta Armee: die Armee wurde gebaut, weil geglaubt wird, dass man alles, was man als Lebender gebraucht hat, auch im Tod braucht. Deshalb wurden dem Grab eines Kaisers diese Figuren beigelegt. Die Figuren haben alle unterschiedliche Gesichter, weil die am Bau beteiligten Sklaven, sich darin verewigten. Grund dafür war, dass sie alle nach der Vollendung getötet wurden, um den Standort der Terrakotta Armee geheim zu halten.

Anschließend holten wir uns noch ein paar Snacks und machten uns direkt auf den Weg zu der nächsten Station. Dort formten wir einen eigenen Terrakotta Krieger und noch andere kleine Figuren aus den Tonresten.

Endlich fuhren wir zum Mittagessen. Dort bekamen wir eine Menge verschiedener Gerichte vorgesetzt. Von Gemüse und Obst über Fleisch und Tofu bis zu verschiedenen Suppen war alles dabei. Nach dem Essen kleideten wir uns im alten, chinesischen Stil und machten einige Fotos.

Danach war der Tag aber noch nicht zu Ende: Wir fuhren mit dem Bus zu den Hot Springs. Diese hatten alle am Anfang irrtümlich für ein Schwimmbad gehalten. Sie stellten sich aber letztendlich als Winterresidenz der chinesischen Kaiser heraus. Die Hot Springs liegen nämlich an einem inaktiven Vulkan und wärmten die Anlage im Winter.

Wir schauten uns die verschiedenen Gebäude an und tauchten unsere Hände in die Brunnen mit dem warmen Wasser. Schöne Fotos schossen wir auch. Schließlich aßen wir, zurück in der Innenstadt, noch zu Abend und kehrten in das Hotel zurück, wo wir wieder Freizeit hatten.

Donnerstag

Am Donnerstagmorgen gingen wir wieder zum Lauftreff und dieses Mal hatten wir Glück: Es regnete am Anfang nicht. Ein paar wurden dann aber doch nass, weil es, als manche von uns schon im Hotel waren, heftig zu regnen begann. Glück gehabt…

Wir frühstückten und trafen uns wieder zur gewohnten Zeit um anschließend gemeinsam in das Xi’an City Museum bei der Small Wild Goose Pagoda zu fahren. Diese ist kleiner als die Big Wild Goose Pagoda, hat aber mehr Stockwerke. In dem Museum konnten wir verschiedene Skulpturen und Gegenstände anschauen, sowie einen Grundriss und die Stadtmauern von Xi’an in den verschiedenen Dynastien betrachten. Auch gab es verschiedene Modelle zur Kultur und dem Baustil in Xi’an.

Nach dem Besuch im Museum gingen wir zum Mittagessen in dasselbe Gebäude, in dem auch die Show stattgefunden hatte. Dort gab es aber dieses Mal ein vielfältiges Buffet.

Anschließend kehrten wir in das Hotel zurück und hatten noch genügend Zeit, um den letzten Tag in Xi’an allein zu genießen. Dennoch waren wir das Programm dieses Tages noch nicht zu Ende.

Wir fuhren mit dem Bus zu einer weiter entfernt gelegenen Mauerstelle, auf der wir herumlaufen und die tolle Aussicht genießen konnten. Zuerst war es geplant gewesen, die 14 km lange Mauer mit dem Fahrrad zurückzulegen, allerdings machte der Regen uns einen Strich durch die Rechnung. Unser Klassenlehrer machte dennoch ein paar sehr coole Videos und wir gingen gemeinsam zu unserem letzten Abendessen in Xi‘an.

Überraschenderweise machten wir uns danach mit dem Bus nicht auf den Rückweg zum Hotel, sondern fuhren zu der Tang Dynasty Never Night City. Der Name entspricht der Wahrheit, denn alles war beleuchtet und sah sehr festlich aus. Es gab eine Menge Shops, Läden und Skulpturen. Außerdem waren manche der Fliesen auf dem Boden Lichtpaneele, die beim Drauftreten blau leuchteten.

Allein erkundeten wir die Gegend, besorgten uns Eiscreme und schlitterten auf den pitschnassen Fliesen. Ein paar Schüler machten dabei Bekanntschaft mit dem Boden und mussten sich Kommentare anhören wie: „How did the ground taste?“ Ich war glücklicherweise nicht betroffen. Nach diesem Ausflug kehrten wir wieder in das Hotel zurück und packten unsere Taschen.

Freitag

Früh Aufstehen war am letzten Tag unserer Reise geplant, denn unser Zug fuhr bereits um 9:00 Uhr ab. Meine Freundin stand um 6:00 Uhr auf, ich ein wenig später, weil ich bereits mit dem Packen fertig war. Pünktlich um 6:50 Uhr standen alle mit ihren Koffern und Taschen in der Lobby. Wir holten unser Lunchpaket ab und die Lehrer verteilten die Pässe.

Um 7:00 Uhr fuhren wir mit dem Bus zum Bahnhof und verbrachten dort ein wenig Zeit, während wir darauf warteten, dass wir einchecken konnten. Viele nahmen dort dann ihr Frühstück zu sich. Im Zug spielten wir auf der 4-stündigen Fahrt verschiedene Spiele, wie Cabo und Schach, hörten Musik und nahmen ein kleines Mittagessen zu uns. Manche haben auch geschlafen. In Peking angekommen gingen wir durch den Security und Reisepass Check nach draußen. Dort trennten eine Freundin, die im selben Apartment Building wohnt, und ich uns von der Gruppe, die zurück zur Schule fahren würde. Ihr Vater holte uns ab und wir sparten eine Menge Zeit.

Zwei Tage später kann ich auf die Klassenfahrt nur als großartiges Erlebnis zurückblicken. Die Ausflüge waren sehr interessant, auch wenn ich mir ein wenig mehr interaktive Aktivitäten gewünscht hätte. Ich habe viele tolle Mitbringsel in meinem Koffer: Fotos aus einer Fotobox, den Terrakotta Krieger und chinesische Haarnadeln. Ich hatte eine sehr tolle Zeit mit unserem Jahrgang.

sh

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