Das haben hunderte von anderen Schülern der 8.-11. Klasse und ich in den letzten zwei Monaten wohl schon öfters gesagt, und zwar im Rahmen der Veranstaltung „Jugend debattiert“.
Jugend debattiert gibt es schon seit dem Jahr 2001 und wurde seitdem, von nur wenigen Schulen im Gebiet Frankfurt am Main, auf ganz Deutschland und sogar auf die Deutschen Auslandsschulen ausgeweitet. Dieses Programm soll die Schüler und Schülerinnen anders ausgedrückt lehren „Höflich zu streiten“ und ihre Meinung gut begründet zu vertreten. Außerdem soll das Programm die rhetorischen Fähigkeiten und die Fähigkeit, sich in die Sichtweise einer anderen Person hineinzuversetzen, fördern.
In einer Debatte gibt es vier Positionen Pro 1, Contra 1, Pro 2 und Contra 2 und die Debatte selbst besteht aus drei Teilen: Der Eröffnungsrede, der freien Aussprache und der Schlussrede. Das ganze ist sehr strukturiert, man sollte möglichst viele passende Floskeln verwenden und hat einen strikten Aufbau in seinen Vorträgen zu beachten.
Das erschien mir und unserer Klasse bei unserem ersten „Jugend debattiert“ Workshop ziemlich kompliziert. In dem Workshop, der von unseren Ethiklehrern geleitet wurde, erfuhren wir eine Menge über die Grundlagen der Debatte und übten auch schon viel, was dazu führte, dass die Furcht vor dem Wettkampf schon ein wenig schwand. Den Gedanken der Lehrer, dass die zwei besten Schüler einer Klasse später weitere Debatten vor Publikum durchführen müssen, verdrängten wir damals.

Dennoch übten wir das Debattieren weiter im Unterricht in den Fächern Deutsch, Ethik und Politik, aber letztendlich mussten wir entscheiden, wer für unsere Klasse ins Rennen geht. Zu meinem Glück (oder Pech) wurden ein anderer Junge und ich aus meiner Klasse ausgewählt. Gemeinsam mit meinem Partner aus der neunten Klasse bereitete ich mich dann auf eine Debatte zu dem Thema, ob es erlaubt sein sollte, dass man bereits mit 16 Jahren den Autoführerschein macht, vor. Überraschenderweise gewann ich diese Runde und kam weiter, aber auch mein Partner und zwei andere Teilnehmerinnen, eine von einer anderen Runde, gelangten in die nächste Runde.
Vor dem aus der 8. Und 9. Klasse bestehenden Publikum lieferten wir uns dann eine spannende Debatte zu dem Thema, ob die Schüler die Schule selbst putzen sollten. In dieser Debatte gelangte ich auf den zweiten Platz und gelangte mit der Erstplatzierten aus der neunten Klasse in das Ostasienfinale.
Ab da wurde es erst richtig spannend: Drei Wochen später nahm ich an einem weiterführenden Workshop teil, der online stattfand und am Wochenende danach bereitete ich mich auf die folgenden Debatten, ob Meditation als Pflichtfach in den Unterricht eingeführt werden sollte und ob Werbung für ungesunde Lebensmittel verboten werden sollte, vor. Das waren die Qualifikationsdebatten für das Asienfinale. Von den 16 teilnehmenden Acht- und Neuntklässlern kam ich auf den vierten Platz und somit in die Endrunde.
Das hatte ich nicht erwartet und genauso wenig hatte ich erwartet, dass ich es dann in der Endrunde auf den dritten Platz schaffen würde. Wir hatten eine sehr interessante und facettenreiche Debatte, die uns allen sehr viel Spaß gemacht hat.

Zum Schluss kann ich sagen, dass das Debattieren zwar sehr stressig war, aber auch ungeheuren Spaß gemacht hat und ich das nächste Jahr gerne wieder mitmachen möchte. Diese Fähigkeiten können auf jeden Fall sehr nützlich sein, vor allem, wenn man sich zu Hause mal durchsetzen möchte.
sh
Das ist großartig. Herzlichen Glückwunsch!
LikeGefällt 1 Person