Sommerpalast und das Abenteuer auf dem Kunming See

Heute serviere ich euch einen ganz aktuellen Bericht über meinen ersten Fotoausflug mit der DSP Fotogruppe und das Abenteuer auf dem Eis.

Der Ausflug ging, wie die Überschrift es bereits verrät, zum Sommerpalast in den Nordwesten von Beijing. Ursprünglich wollte ich diesen Ort frühestens im Frühjahr, wenn die Temperaturen wieder gestiegen sind und alles grünt, aufsuchen. Die Beschreibung des Ausfluges überzeugte mich jedoch und so bin ich am Donnerstag Morgen zum Treffpunkt aufgebrochen. Wir waren insgesamt eine überschaubare Gruppe aus drei Frauen.

Am Nordtor betraten wir das Gelände und nach wenigen Schritten standen wir bereits in der Suzhou Straße mit dem Blick auf den zugefrorenen Suzhou Fluss.

Von hier aus stiegen wir zu den Pavillons der Vier großen Kontinente.

Etage für Etage arbeiteten wir uns nach oben.

Der Dunst in der Luft gab den Bergen etwas mystisches.

Oben sah man nur die Spitze des Pavillons des Buddhistischen Wohlgeruchs. Die Wahre Größe des Pavillons sah man erst vom Ufer aus.

Unten angekommen spazierten wir durch den 728 m langen Wandelgang, den Chang Lang zum steinernen Schiff. Die Dachbalken sind mit Landschaftsszenen bemalt.

Man hatte das Gefühl es würden jeden Moment in See stechen.

Vom Schiff aus gingen wir am See entlang Richtung Osten. Unten am See blies bereits kalter Wind. Zusätzlich zu meinen beheizten Handschuhen habe ich entschieden meine Füße mit beheizten Socken zu wärmen.

Von hier aus hatten wir bereits den Blick auf das Gewusel auf dem Eis. Um der Kälte entgegenzusteuern haben wir uns an einem Stand mit Kaffe und Tee versorgt.

Im Garten der Tugend und Harmonie waren viele rote Lampions aufgehängt. An den kargen Zweigen strahlten sie um die Wette.

Am Magnolienbaum bildeten sich bereits Knospen .

Über die Siebzehn-Bogen-Brücke ging es auf die Insel des südlichen Sees.

Wir machten paar Bilder vom prächtigen Sommerpalast und begaben uns dann auf das Eis.

Hier begann dann das Abenteuer. Bereits früh morgens erreichte mich eine staatliche Warnung vor starkem Wind. Dies ist nicht die erste Warnung die ich erhalten habe. Aus irgendeinem Grund habe ich diese Warnung nicht ernst genommen. Viel mehr freute man sich über den Wind der den über der Stadt hängenden Dunst weg blies. Wir hofften sogar bei schönem Sonnenschein schöne Bilder machen zu können. Also besorgten wir uns die Räder für das Eis und schon sollte das Vergnügen los gehen.

Wir kamen nicht weit, denn ein Fortbewegen war lediglich in windstillen Augenblicken möglich. Bereits nach kurzer Zeit wurde uns klar, dass dies keine spaßige Angelegenheiten werden würde. Unbemannte Schlitten schossen über das Eis wie von Geisterhand geschoben. Wir entschieden zum Wohle aller das Eis zu veranlassen. Der Wind gönnte sich jedoch noch einen letzten Spaß mit mir und schob mich unkontrolliert Richtung Ausgang. Während ich versuchte mit Gegenlenken mein Rad zum Stehen zu bringen, drehte mein Rad Pirouetten auf dem Eis. Glücklicherweise bemerkte einer der Helfer meine Not und brachte mich zum Stehen. Spätestens jetzt hatte ich die Hosen voll. Doch die Radabgabestelle war noch nicht erreicht. Der Wind gab mir erneut einen Schubs und ich nahm wieder ungewollt Fahrt an. Sausend an einem Helfer vorbei versuchte ich mich bemerkbar zu machen. Leider habe ich den Satz auf chinesisch, den ich am Tag zuvor gelernt habe, mir nicht gemerkt und viel Zeit zum Erinnern hatte ich nicht. Der Helfer konnte gerade noch rechtzeitig nach meinem Gepäckträger greifen. Mein Körper schüttete Adrenalin aus. Mein Herz klopfte. Nur noch 100 Meter auf dem Eis bis zum Steg. Gemeinsam mit meinen Begleiterinnen bewegten wir uns im Pinguinschritt immer wieder vom Wind vorangetrieben Richtung Ausgang. Zu diesem Zeitpunkt wurde von den Ordnungshelfern damit begonnen das Eis zu Räumen.

Am Ufer angekommen beschlossen wir den Heimweg anzutreten bzw. noch einzukehren. Die heiße Nudelsuppe tat gut.

ju

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