Weihnachten in der Fremde – der erste Advent und das erste Türchen

Während in Deutschland bereits im September die Lebkuchenherzen und Spekulatiusgebäck und spätestens zum ersten Advent, die mit Lichterketten geschmückten Häuser und Bäume, die Weihnachtszeit ankündigen, deutet in Peking nichts auf die anstehenden Feierlichkeiten hin. In der Nacht haben wir zweistellige Minustemperaturen die tagsüber knapp über Null Grad klettern. Die Sonne scheint jedoch unermüdlich. Man hat eher das Gefühl eines hereinbrechenden Frühlings.

Lediglich an den Tagen mit der schlechten Luftqualität, wenn es neblig ist, kommt es mir vor als würde es schneien. Zum Glück sind es nur wenige Tage an denen die Luft so schlecht ist. Das stimmt einen nämlich wiederum melancholisch, wenn es tagelang anhält. Es ist nun kein Geheimnis: Ich war noch nie ein Freund von verregneten Herbst- und verhangenen Wintertagen.

Wegen des teilweisen Lockdowns kann ich nicht darüber berichten, ob in den Läden der Konsum mit dem Hinweis auf die Bescherung etwas angekurbelt wird und das Gefühl von „Bald ist Weihnachten“ aufkommt.

Die Adventszeit kam wie Weihnachten, Geburtstage und Ostern auch dieses Jahr für mich völlig unerwartet. Der teilweise Lockdown machte mir einen Strich durch die Rechnung. Die Lieferzeiten zogen sich und nicht alles war verfügbar. Da wir unsere Weihnachtsdekoration nicht mit nach China mitgenommen haben, musste am ersten Advent etwas improvisiert werden. Adventszeit ohne vier Kerzen auf dem Tisch, hat es in unserem Haus noch nie gegeben und sollte auch diesmal nicht fehlen. Der „Adventskranz“ wurde fertig. Statt Tannenzweige diente Rosmarin, was leider auf Dauer kein äquivalenter Ersatz ist. Die erste Kerze konnten wir jedoch mangels Streichhölzer nicht anzünden.

Der Adventskalender der seinen Weg in den Container fand, wurde aufgehängt und gefüllt und erfreute am ersten Dezember die Kinder. Auch Boris bekam einen Adventskalender mit kleinen Erinnerungen an besondere Tage.

Das wars leider auch schon mit der Dekoration.

Dass wir unsere Dekoration nicht mitgenommen haben, hat auch etwas Positives. In Deutschland wurde bereits Wochen vor dem ersten Advent das Haus auf Hochglanz poliert. Der bekannte Satz: „Als würde Gesundheitsamt und nicht das Christkind kommen“, traf auch bei uns zu.

Dieses Jahr ist ein Wunder geschehen. Ich habe die Weihnachtsgeschenke bereits bestellt und diese wurden auch schon größtenteils geliefert. Für meine Verhältnisse ein gewaltiger Fortschritt. Normalerweise bestelle ich diese frühestens eine Woche vor Weihnachten und fiebere dann dem pünktlichen Ankommen entgegen. Boris hat bereits schon früher in dieser Hinsicht die Hoffnung aufgegeben und besorgt die Geschenke für die ganze Familie. Er ist ein Meister bei der Auswahl und der Ideenfindung und ist dabei voll in seinem Element, während ich mich in der Angst das Falsche zu kaufen, suhle.

Nun geht es in schnellen Schritten Richtung Weihnachten. Das Weihnachtsmenü steht noch nicht fest. Es muss gut geplant sein, da wir leider nur einen Kochtopf und einen größeren Wok zur Verfügung haben. Ob es mehrere Gänge gibt und welchen Nachtisch? Ich werde berichten.

Kürbisrisotto

ju

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