Am nächsten Morgen traf sich Nancy mit uns bereits um 9 Uhr. Zügig ging es los von einem Apartment zum Nächsten. Denn die Aufgabe dieses Tages bestand darin, sich andere Apartments anzuschauen und gegebenenfalls aus dem Apartment im Millennium auszuziehen.

Raus aus dem Auto, rein ins Apartment, reins ins Auto und ab zum Nächsten. Es ging Kreuz und Quer durch Peking. Im Nachhinein kann ich nicht mal sagen wo wir überall waren.
Bei der Auswahl des Apartments war uns wichtig, dass die Kinderzimmer und Küche groß genug sind. In Biancas aktuellen Zimmer ist kein Platz für einen Schreibtisch. Liegt auch daran, dass sie ein für sie überdimensioniertes Bett hat. Außerdem störte uns der Teppichboden in den Schlafzimmern. In den kalten Monaten bietet er sicher Vorteile. Jedoch ist er schlecht zu reinigen und an all den Staub den er schluckt, mag ich gar nicht denken.
Wir haben vermutlich neuen Apartments angeschaut. Irgendwann habe ich aufgehört zu zählen und nachdem einige der Apartments katastrophal aussahen, haben wir uns alle nach dem Sinn der ganzen Aktion gefragt. Bis wir dann in Sandalwood Marriott Executive Apartments ankamen.
Das Apartment war groß und die Kinder müssen nicht mal mehr ein Bad miteinander teilen. Was jeden Morgen und Abend hoffentlich entspannter machen wird und die anstehende Pubertät erträglich.
Hier haben wir insgesamt vier Apartments angeschaut und uns dann für eins mit dem für uns passenden Grundriss entschieden. So stand es fest, dass wir am ersten November umziehen werden. Diese Anlage liegt zwar etwas außerhalb des Zentrums, als unser bisheriges Apartment. Wir hoffen jedoch Boris seinen Arbeitsweg dadurch zeitlich deutlich zu verkürzen und einen Park zum Joggen in der Nähe zu haben. Dazu werden wir wenn es soweit ist, wieder berichten.

Glücklich ging es von Sandalwood zur Deutschen Botschaftsschule und von hier aus noch zu paar anderen Apartments die in der Nähe der Schule waren. Diese waren jedoch so runtergekommen oder so klein, dass sie gar nicht in Frage kamen.

Zum Abschluss der Tagestour baten wir Nancy mit uns in einen Supermarkt zu gehen, damit wir unseren Kühlschrank etwas füllen konnten und um paar Grundzutaten zum Kochen zu kaufen. Nancy beichtete uns, dass sie bereits seit 3 Jahren keinen Supermarkt mehr betreten habe und alles online ordert. Dazu werden wir auch noch mal berichten. Trotzdem konnte sie uns beraten welche Sojasauce oder Reis oder Waschmittel sie uns empfehlen würde. Wir waren von der Gemüse und Obstauswahl total begeistert. Und noch mehr von den verschiedenen Tofu Arten. Der einzige Nachteil: Es ist in Plastik verpackt oder wird nach dem Wiegen in Folie eingepackt.


Wir waren die einzigen Europäer in diesem Laden. Es war laut. Es liefen Lautsprecher mit einer Daueransage. Die Verkäuferinnen unterhielten sich lautstark wie auf einem Markt. Wir wurden etwas seltsam beäugt, aber daran müssen wir uns gewöhnen, wenn wir in Zukunft nicht nur in westlichen Läden einkaufen wollen. Wir fallen nun mal auf.
Am Abend wurde die Küche eingeweiht.


ju